zum zitierten Beitrag
Zitat von motorcycle boy
Das Erhaltungsladen ist eh eine längst beerdigte Strategie, weil alle (!) Batterien nur eine begrenzte Anzahl Ladezyklen haben, die mit „Erhaltungsladezyklen“ unsinnig verbraten werden. Da braucht man sich dann nicht wundern, wenn die Batterie schon nach relativ kurzer Einbauzeit sämtliche Ladezyklen „verbraucht“ hat. Aber manche Mythen halten sich bekanntlich hartnäckig
@motorcycle boy Tja, manche Fehlinformationen halten ebenfalls sich hartnäckig.
1 Ladezyklus = 100 % der Nennkapazität entnommen und wieder geladen. Die Entladung muss nicht in einem Schritt erfolgen. Mehrere Teilentladungen werden addiert. Soll heißen 1 x 100 Prozent Ent/Wiederaufladen ist ein Ladezyklus, 5 x 20 Prozent ist ebenfalls ein Ladezyklus. Aber: die tatsächliche mögliche Zyklenzahl hängt stark von der
Entladetiefe (Depth of Discharge, DoD) ab, bei nur 20 % Entladung sind deutlich mehr Zyklen möglich als bei 80 % Entladung. Darauf beruht die Spanne bei der Angabe der möglichen Zyklen. AGM Akku 300 - 800 Zyklen heißt 300 Zyklen bei regelmäßiger Entladung bis 80 %, 800 Zyklen bei regelmäßiger Entladung bis 20 %. Daher ist z.B. 4 x 20 % deutlich besser als 1 x 80 %
Die
Erhaltungsladung (auch
Float-Ladung genannt) ist eine Ladeart bei der ein vollständig geladener Blei-Säure-Akku dauerhaft mit einer niedrigen Spannung versorgt wird, um seine Selbstentladung auszugleichen und zu verhindern das die Selbstentladung in Summe einen potentiell schädlichen Wert ( größer 20 % ) überschreitet. Dadurch wird die Zahl der Ladezyklen nicht beeinflußt. Selbstentladung passiert wegen chemischer Vorgänge, nicht wegen externer Entladung. Allerdings können die durch chemische Reaktionen hervorgerufenen Fehlstellen bei einer Selbstentladung von größer 20 % nicht wieder vollständig beseitigt werden.
Erhaltungsladung setzt natürlich ein Ladegerät voraus das das auch kann. Also mit IUoU Kennlinie.
I = Laden mit Konstantstrom und langsam ansteigender Spannung
Uo = Ladeschlußspannung erreicht ( AGM 14,4 bis 14,7 Volt ), weiterladen bis Strom etwa 0
U = Erhaltungsladung mit 13,5 bis 13,8 Volt, Ausgleich der Selbstentladung. Sehr geringer Strom
Mal ein paar weniger bekannte Kennwerte von AGM Batterien:
Selbstentladung 2 - 5 % pro Monat bei 20 Grad
10,5 V unter Last = technische Entladeschlussspannung.
12,2 V in Ruhe= Entladeschlussspannung bei ungefähr 50 % Ladezustand und sinnvoller Grenzwert für lange Lebensdauer. Empfehlung der meisten Hersteller als Entladegrenze.
Dauerhafte Ladezustände unter 80 % ( ca. 12,6 Volt ) führen zu einer verstärkten Sulfatierung.
Zulässiger Temperaturbereich ( AGM ) : -20 bis +50 Grad
Lebensdauer bei durchschnittlicher Temperatur 20 Grad : 7 - 10 Jahre
Lebensdauer bei durchschnittlicher Temperatur 40 Grad : 2 Jahre
Mal abgesehen davon ist die Aussage "Batterie ist
wegen Erhaltungsladung kaputt gegangen" völlig wertlos weil der Gegenbeweis "Batterie würde ohne Erhaltungsladung noch funktionieren" nicht ohne weiteres erbracht werden kann.
Ich habe eher die Vermutung das die Einbausituation bei den meisten HD Modellen nahe des Öltanks im erheblichen Maße zum Batteriesterben beiträgt und es nicht die Erhaltungsladung bei einer vorgeschädigten Batterie die durch Hitzeeinwirkung ausgetrocknet und / oder fortgeschritten sulfatiert ist, sondern der vorher stattfindende Ladevorgang ihr dann den Rest gibt. Festgestellt wird es dann im Frühjahr, aber was ist mit den Batterien die ohne Erhaltungsladung im Frühjahr kaputt sind ? Außerdem steigt die Rate der Selbstentladung bei höherer Temperatur. Wie lange braucht das Öl im Öltank zu Abkühlen ? Wie lange ist die Batterie im Durchschnitt höheren Temperaturen ausgesetzt ?
Ich würde Erhaltungsladung nicht so einfach pauschal verteufeln, richtig angewandt funktioniert das.
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'First shalt thou take out the Holy Pin. Then, shalt thou count to three. No more. No less. Three shalt be the number thou shalt count, and the number of the counting shall be three."