Hallo, ich habe mich gerade angemeldet, um meine Erfahrung mit dem originalen INA Nockenwellenlager meiner Evo Heritage zu teilen.
Ich hatte vor ca 1500 km ein heulendes Geräusch, welches ich im Primärkasten vernahm .Ich vermutete, dass es ein Schleifgeräusch aus der Lichtmaschine ist. Habe mir etliche YouTube Videos angeschaut, aber nichts vergleichbares gefunden, was auf den Primär schließen liess.
Also habe ich das Motorrad letzten August zu Huaba Customs in Neufinsing gebracht, mit dem Hinweis, dass sie sich über Winter Zeit lassen sollten, ohne Stress. Anfang des Frühjahrs war noch nichts passiert, ausser, dass man die Maschine auf dem Prüfstand hatte (klingt professionell) ,aber nicht sagen könne, was das Problem sei. Der Inhaber meinte, dass es seiner Meinung nach das Kurbelwellenlager sei. Die Aussicht, dass man sich von oben nach unten vorarbeiten könne, bis man etwas finde, klang für mich nach viel Geld.
Ich entschied mich also vor einem Monat, meine Harley abzuholen und selbst weiter zu recherchieren. Die erfolgloseSuche bei Huaba hat mich 360 Euro gekostet. Bei Abholung war die Batterie komplett leer, obwohl sie angeblich aufgeladen worden sei. Zudem hatten beide Reifen sehr wenig Luftdruck. Das zumindest hätte man ja noch prüfen sollen. Na ja, kein weiterer Kommentar.
Ich habe also weiter YouTube geschaut, bis ich ein Video gefunden habe (Super Glide Noisy cam bearing ) von Dan Schwalbe. Bingo! Genau das Geräusch! Ich habe mich entschieden, das selbst zu reparieren. Abzieher und Einpresswerkzeug bei ebay für 41 Euro gekauft (China Nachbau von der teuren Jims Version. Funktioniert perfekt! ), Koyo B 138 Lager, Nockenwellengehäusedichtung, Auspuffdichtungen, Nockenwellensimmerring und verstellbare S und S Quickees Stößelstangen bestellt.
Als erstes Auspuff, rechtes Trittbrett und Luftfilterkasten demontiert, Öl abgelassen. Dann die originalenStösselstangen durchgeknipst. Zündung ausgebaut, und vorher die genaue Lage der Zündplatte markiert. Das Nockenwellengehäuse war sehr schwer abzubekommen. Ich habe mit einem Gummihammer und Geduld das Gehäuse doch abbekommen. Den Extra Abzieher wollte ich nicht kaufen. Es geht auch so, ohne Macken, oder den Chrom zu beschädigen. Dann hatte ich endlich die Innereien vor mir. Also Nockenwelle rausgezogen und inspiziert. Keine Macken, keine sichtbaren Laufspuren. Dann das Breathervalve. Ein ca 2 cm langes Metallteil hatte sich verkeilt und eine Nut in das Motorgehäuse geschliffen. Das war sicher die Ursache des schleifenden Geräuschs. Dann die Gewissheit -Das INA Lager hat sich zerbröselt.