1.
Hi Leute,
ich kann eure Erregung zwar nachvollziehen, allerdings nicht verstehen.
Das ist doch der gleiche Vorgang, den wir schon 30++ Jahren hatten. Es wurde Synthetiköl eingeführt, kein Mensch brauchte es. Für die damaligen Motore. Heute gibt‘s solche, die ohne nicht lange überleben. Dann gab‘s Super Plus, brauchte kein Mensch. Mit den damaligen Fahrzeugen. Heute gibt‘s welche, die ohne nicht auskommen bzw. (wg. moderner Elektronik) "schaumgebremst" dann auch mit Normal laufen. Aber wozu soll ich mir ein Hochleistungsaggregat anschaffen, wenn ich es anschließend mit schlechtem Sprit ausbremse. Dann gab‘s da den bleifreien Sprit. Brauchte kein Mensch, mit den damaligen Autos, ohne Kat. Machte sogar noch Ärger, führte zu starkem Verschleiß der Ventilsitzringe. Darüber beklagen sich heute nur noch Shovelfahrer (Ford Taunus-, VW Käfer-, meine Wenigkeit wg. meiner Oldtimer mit Bronzesitzringen, noch...). Braucht heute jeder.
Und jetzt gibt‘s halt 100 Oktan Sprit und Ultimate Diesel. Braucht in derzeitigen Fahrzeugen keiner. In zehn Jahren wird‘s nichts anderes mehr geben., dann führen wir die gleiche, müßige Diskussion über 110 Oktan Sprit, Diesel das zu 50% synthetisch ist (heute wohl nur so 5-10% Anteil).
Wird dann kein Mensch brauchen, in den dann aktuellen Fahrzeugen.
Aber in 20 Jahren ist‘s Schnee von gestern, dann gibt‘s die Diskussion über...
Gruß aus H
Uli
p.s.
Irgendwie versteh ich auch nicht, warum immer über die Spritpreise geschimpft wird. Als ich anfing zu fahren (1969) hab ich Sprit (normal, verbleit) für 0.56 DM/l getankt. Das war ‘ne Menge Holz damals, da bekam man 11 (elf!) Brötchen für den Preis eines einzigen Liters Sprit. Und mein Käfer soff, bei moderater Fahrweise, so 8-10l/100km davon. Moderat war 80-100km/h, schneller als 125km/h war er nicht.
Die Gehälter sind seitdem um ein Vielfaches gestiegen, mehr als der Spritpreis.
Und Brötchen bekomm ich heute gerade mal 4 1/4 für den Preis eines Liters Normalsprit.
Wer beschwert sich jetzt mal lauthals über den unverschämten Brötchenpreis???
2.
Hi rainer,
ich hindere niemand daran mobil zu sein. 100km entfernte Jobs gabs auch vor 30++ Jahren schon, auch damals kamen die Leute damit klar. Allerdings benutzten sie dann ihre Autos/Mopeds weitestgehend eben nur dafür, nicht um in ihrer Freizeit damit in der Gegend rumzugondeln (mal abgesehen von des Deutschen Pflichttour: einmal im Jahr nach Italien). Deine Tour durch Frankreich und über die iberische Halbinsel ist sicher nicht beruflich bedingt gewesen. Also ein Freizeitfahrzeug. Da muss man einfach überlegen, wieviel einem der Spaß wert ist.
Der Sprit, über dessen Preis ständig, ausgiebig, geschimpft wird, ist in ca. 30 Jahren um den Faktor 4 teurer geworden. Die Gehälter sind aber inzwischen deutlich mehr als das vierfache der Gehälter vor 30 Jahren. Der Verbrauch der Fahrzeuge ist gleichzeitig gesunken (Mit einer Tankfüllung, 70+ Liter, fahr ich heute Dauervollgas bis zum Bodensee. Mit einem Fahrzeug des gleichen Herstellers, Bj. 74, hab ich für die gleiche Aktion, bei deutlich geringerer Geschwindigkeit, aber immer noch Dauervollgas, die doppelte Menge Sprit gebraucht. Zwei volle Tankfüllungen plus ein wenig für die letzten 60km von Rottweil aus). Also sind die Kosten dafür, einfach mal provokativ in den Raum gestellt, nur um das doppelte gestiegen.
Dafür benutzt heute jeder, aus Bequemlichkeitsgründen, sein Auto, um 50m bis zum Kiosk zum Zigarettenholen zu fahren (oder Bier, oder zum Supermarkt auf der grünen Wiese vor der Stadt. Ist ja sooo billig. Daran sind letzendlich die Tante Emma Läden pleite gegangen).
Ich behaupte einfach mal:
Solange es sich lohnt, Krabben in einen Flieger zu verfrachten und zum Pulen nach Taiwan zu bringen, solange ist der Sprit zu billig.
Solange es sich lohnt, nutzloses Grünzeug(Blumen) von Holland aus per Flieger in alle Welt zu expedieren, solange ist Sprit zu billig.
Solange es sich lohnt, Joghurt im Allgäu zu produzieren und per LKW nach Norddeutschland zu schaffen, und umgekehrt das Gleiche mit Joghurt von der Nordmilch Zeven zu tun, solange ist Sprit zu billig.
Solange es sich lohnt, eben mal am Samstagabend in die In-Disco von H nach HH zu fahren, solange ist der Sprit zu billig.
Und die Brötchen zu teuer.
Das obige schrieb ich mal anlässlich einer Diskussion im Shovelheadforum. Ging um V-Power oder nicht, und die ewige, leidige Diskussion um Spritpreise und Notwendigkeit von ... und...
A.
Gut (fett!) eingestellter Vergasermotor, Zündung nicht zu früh, es reicht Super (wiewohl 95 ROZ nicht ganz den geforderten 87 MOZ entsprechen, Super Plus, 98 ROZ wär besser). Zum Heizen Super Plus, wer ein gutes Gefühl haben will, nimmt 100 Oktan. Gibt‘s, eigene Erfahrung von der letzjährigen Portugaltour, selbst an kleinen , spanischen Tankstellen, also fast überall.
B.
Gibt keine Leistungssteigerung in Motoren, die nicht dafür ausgelegt sind. Gibt aber etwas mehr Sicherheit vor Motorschäden durch Klingeln/Klopfen bei schlecht eingestellten/abgestimmten Motoren (oder solchen, bei denen die Einspritzmimik Veränderungen an Lufi u./o. Auspuff nicht mehr ausregeln kann.)
C.
Ist, für Leute, die sich Gedanken über noch ein Chrompofel-Teilchen und die x-te Zusatzleuchte (mindestens hochglanzverchromt, besser hochglanzpolierter, rostträger Stahl, handgefertigt, vergoldet, mit lizensiertem H-D Enblem u. Seriennummer, weltweit limitierte Stückzahl!) keiner weiterführenden Diskussion wert. Entweder, das "heißgeliebte" ist‘s einem wert (auf Verdacht), oder nicht. Muss jeder für sich entscheiden.
Gruß aus H
Uli (100 Oktanfahrer, Synthetikölnutzer, teuerstes Werkzeug-Käufer, Whiskysäufer

)
Man kann sicher sein, daß die Amerikaner die richtige Lösung finden werden.
Nachdem sie alle anderen ausprobiert haben. (Winston Churchill)