Hallo Leute,
heute will ich euch mal eine tolle Geschichte vom Wochenende erzählen. Aber fangen wir mal ganz vorn an. Meine 88er Sporty habe ich damals mit nur einem Schlüssel vom Vorbesitzer gekauft, da die gute Sporty nun fast 30 Jahre ist, sah der Schlüssel schon etwas mitgenommen aus. Einen richtigen Bart am Schaft hatte er schon nicht mehr, es waren nur noch leichte Zacken erkennbar, außerdem war er schon leicht verbogen und hatte einen minimalen Riss zwischen Kopf und Schaft.
Am Wochenende sagte ich dann zu meiner Frau "Der Riss wird ja immer größer, da muss ich aufpassen, dass der mir nicht abbricht" und fuhr los in Richtung Arbeit. Nach 10km Fahrtweg schaute ich dann nach unten und stellte fest, dass mein Schlüsselanhänger nicht mehr im Wind baumelte und naturlich auch der Kopf vom Schlüssel weg war. Der liegt jetzt irgendwo auf der B2 oder B471....
Ich fuhr dann weiter in die Arbeit und überlegte mir schon, wie ich die Kiste jetzt aus bekomme und nach der Nachtschicht wieder an. Aus war noch relativ einfach...Kupplung schnell kommen lassen und kein Gas geben - aus war die Sporty. Allerdings musste ich dann mit meinem Spindschlüssel das Zündschloss noch auf Position OFF drehen. Das ging ganz leicht, da der Großteil des Schlüssels ja noch im Schloss steckte und ich nur mit dem anderen Schlüssel leicht schräg ins Schloss musste...prima...geschafft.
Mein Plan für den Start am Morgen um 04:00 Uhr sah dann genau so aus...den Spindschlüssel leicht rein und drehen - aber nix ging. Das Schloss wollte sich nicht drehen lassen. Kein Werkzeug dabei, dunkel und nach einer nervigen Nachtschicht dementsprechende Laune. Ich hab mich zu diesem Zeitpunkt schon in der S-Bahn nach Hause fahren und Werkzeug holen sehen. Aber dank meiner Handy Taschenlampe konnte ich das kleine schwarze Schutzblech mit dem Schlusselprofil vor dem Schloss ganz gut erkennen. Dort setzte ich dann leicht schräg den Bart meines Spindschlüssels an und hebelte die Nase nach oben. Somit konnte ich mit dem Spindschlüssel dann etwas tiefer in das Schloss eindringen und das Schloss endlich drehen. Der Heimweg war gerettet.
Am nächsten Tag machte ich mich dann an den Ausbau des Zündschlosses. Dabei stellte ich fest, dass das gute alte Zündschloss hinten nur mit 3 umgebogenen Metallnasen zusammengehalten wird. Also hab ich die aufgebogen und das Zündschloss einfach mal zerlegt. Dabei konnte ich dann das alte Stück Schlüssel von innen herausziehen und das Schloss wieder zusammenbauen. Wirklich simpelste Technik. Dann bin ich bei uns zum Schlüsselfachladen gefahren und habe mir zwei neue Harley Schlüsselrohlinge von Lotus für je 2 Euro das Stück gekauft, weil mein Schlüssel ja sowieso fast schon wie ein Rohling aussah...und siehe da...das Schloss lässt sich ganz normal drehen und das Motorrad starten.
Operation somit geglückt....aber auf lange Sicht brauch ich wohl ein neues Schloss...weil eigentlich kann ja jetzt jeder starten...
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