Nochmal, ganz einfach (auch für ehemalige Qualitymanager verständlich 😜):
Kein Hersteller ist gezwungen, sein für den spezifischen Schmierbereich zu verwendendes Öl mit ansonsten gebräuchlichen Kennzeichnungen zu versehen. Das kann ein Hersteller machen, muss er aber nicht! 🥰
Wenn ein H-D "Formula+" im Getriebe u./o. Primär verwendet wurde, ein speziell für den Einsatz in Getriebe und Primär (Motorrad)herstellerspezifisches, geeignetes Öl, mit ziemlich sicher entsprechend dem Einsatzweck enthaltenen Additiven, gehört ganz einfach das gleiche Öl wieder rein (wenigstens beim Nachfüllen, nicht beim kompletten Wechsel), und ob das Öl eine "20W-50" Spec erfüllt, o. auch nicht, ist dabei völlig unerheblich.
Die Specs, soweit bekannt (kein Hersteller ist gezwungen ....

) sind Dir genannt worden, und Harley mag eben das Formula+ im Primär u. Getriebe, o.a. das Syn3 in allen Löchern, was bei 2016er TC normal sein sollte (nur musst Du dazu den Dealer befragen, hier weiß das keiner, was der ev. eingefüllt hat).
Ein Syn3 ist, lt. H-D, ein 20W-50 Motoröl (amerikanisch "Full Synthetic", nach deutschen u. japanischen Anforderungen nur teilsynthetisch), das auch Anforderungen hinsichtlich Kupplungsrutschen erfüllt, und zusätzl. wohl auch harleyeigene Ansprüche an Getriebe- u. Primäröl, und ist somit für "all three holes" geeignet, genauso (folgerichtig) wie jedes Öl eines anderen Herstellers, das den gleichen Viskositätsspezifikationen entspricht, und darüber hinaus (denn Viskosität ist nur der kleinste gemeinsame Nenner!) auch noch Eigenschaften bzgl. Kupplungsrutschen/~rupfens und Getriebeschmierung erfüllt (womit jedes Öl jeden Herstellers, das die Viskositätskriterien erfüllt und für ein Japsenmoped -mit Ölbadkupplung, Lima im gleichen Öl, Getriebe im gleichen Öl etc, geeignet ist

)! .
Die simple Reduktion eines Öles auf seine Viskosität(sspanne) -Teil Deiner Frage- ist ebenso simpel "Bullshit"! 😁
Für Getriebeöle gelten andere, anders ermittelte Viskositätszahlen, als für Motoröle. Man kann diese vergleichen, nur bedeutet das nicht, das ein "20W-50" Motoröl absolut identisch mit einen 75W90 Getriebeöl, o.ä. ist, und das schon gar nicht, wenn nur die Viskosität zufällig übereinstimmend ist. Darüber hinaus ist zu berücksichtigen, daß es allein mehrere verschiedene Viskositätsklassifizierungen nur für Getriebeöle gibt (SAE J 306 - Automotive, DIN 51512 - KFZ, DIN 51519 - Industrie (um nur die wichtigsten zu nennen, ...).
Und mischen sollte man Motoröle und Getriebeöle vorzugsweise nicht!
Grüße
Uli
PS
Entschuldige bitte, wenn ich etwas sarkastisch rüber komme, aber ich mache fast nur noch Geräteleistungsprüfungen im Pharmabereich (u. im "Ölbereich"), und (ohne Dir zu nahe treten zu wollen) bin immer wieder (seit Jahrzehnten) bass erstaunt über die Ahnungslosigkeit von Q-Managern. Hab ich grad die letzten 14 Tage bei einer namhaften Pharmafirma in B erlebt, wo man mir nicht erklären konnte, woher man die zulässigen Grenzwerte in der SOP hatte (deren Einheiten weitgehend nicht mit denen des spezifischen Geräteherstellers überein stimmten, sondern unreflektiert von denen eines anderen Herstellers übernommen worden waren, genauso, wie auch die zul. Grenzwerte selbst 🫤🥷),
=Most motorcycle problems are caused by the nut that connects the handlebars to the saddle=
=Ich weiss, daß die Stimmen, die ich höre, nicht echt sind. Trotzdem haben sie manchmal gute Ideen=
=Man kann nicht alles ldiotensicher machen. Immer wenn man‘s probiert, machen sie einfach bessere ldioten=
Must see:
Luftfahrtmuseum Hannover