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Geschrieben von +huetti+ am 25.05.2017 um 07:40:

RE: Vorderradbremse

Grundsätzlich müssen Gummibremsschläuche nach einer gewissen Zeit nach Händlervorgaben gewechselt werden. Da empfiehlt es sich dann auf jeden Fall auf Stahlflex umzurüsten. Und was ich schon festgestellt habe, dass nach ordentlichem Entlüften, eine Nacht mit gezogenem Bremshebel Wunder wirken. Mag aber auch täuschen?


Geschrieben von Supi 77 am 25.05.2017 um 09:24:

RE: Vorderradbremse


+huetti+:

Grundsätzlich müssen Gummibremsschläuche nach einer gewissen Zeit nach Händlervorgaben gewechselt werden. Da empfiehlt es sich dann auf jeden Fall auf Stahlflex umzurüsten. Und was ich schon festgestellt habe, dass nach ordentlichem Entlüften, eine Nacht mit gezogenem Bremshebel Wunder wirken. Mag aber auch täuschen?

Jetzt muss ich auch mal fragen.
Was bewirkt das?
Eine Nacht mit gezogenem Bremshebel?
Grüße
Rudi


Geschrieben von Harleycruiser am 25.05.2017 um 10:13:

RE: Vorderradbremse

...kenn ich auch so,nur macht man das vor dem Entlüften...


Geschrieben von +Palpatine+ am 25.05.2017 um 10:32:

RE: Vorderradbremse


Supi 77:


+huetti+:

Grundsätzlich müssen Gummibremsschläuche nach einer gewissen Zeit nach Händlervorgaben gewechselt werden. Da empfiehlt es sich dann auf jeden Fall auf Stahlflex umzurüsten. Und was ich schon festgestellt habe, dass nach ordentlichem Entlüften, eine Nacht mit gezogenem Bremshebel Wunder wirken. Mag aber auch täuschen?

Jetzt muss ich auch mal fragen.
Was bewirkt das?
Eine Nacht mit gezogenem Bremshebel?
Grüße
Rudi
Also auf jeden Fall mal ne fette Sehnenscheidenentzündung 😁 mal ganz ehrlich ,Voodoo 

Gruß Bernd 


Geschrieben von Karl H. am 25.05.2017 um 15:00:

RE: Vorderradbremse

Das Verfahren von +huetti+ verwende ich auch und ist schnell erklärt:

Weil Luftblasen im Bremsschlauch von alleine nach oben wandern, entlüftet sich die Bremsleitung der Vorderradbremse von alleine. Das nennt sich "Schwerkraftentlüftung" und funktioniert nur bei kontinuierlich aufsteigenden Leitungen (Vorderrad). Die Bremszange muss natürlich durch Spülen luftfrei gemacht werden, weil der höchste Punkt an der Entlüfterschraube sitzt. Das Entlüften der Bremsleitung durch Schwerkraftentlüftung geht eventuell besser, wenn das System unter Druck steht (Hebel gezogen), weil die Luftblasen dann komprimiert, also kleiner sind. Ich habe das bisher immer (entgegen der verbreiteten Empfehlung) ohne gezogenen Hebel gemacht und Erfolg gehabt. Zum Ziehen des Bremshebels über Nacht nimmt man übrigens nicht die Hand sondern einen Kabelbinder

Mit dieser Methode lassen sich ohne jegliche Spülorgien auch Bremsleitungen austauschen. Wichtig ist nur, dass beim Lösen der alten Leitung von der Bremszange oder dem ABS-Modul die Verbindungsstelle oben liegt, und so keine Luft in Zange oder Modul eindringen kann. Nach Anschrauben der neuen Leitung mit einer Injektionsspritze (gebogene Nadel) die Leitung von oben mit Bremsflüssigkeit füllen. Dann das ABS-Modul bzw. die Bremszange wieder in Einbaulage positionieren und befestigen, und die Bremsleitung oben an die Handpumpe schrauben. Der Rest passiert nach Befüllen des Vorratsbehälters von alleine über Nacht. 😁

Konsequenz nebenbei: Wenn man über längere Zeit eine weiche Vorderradbremse wegen Lufteinschluss hat, sitzt die Luftblase sicher nicht im Bremsschlauch, sondern in der Zange.

Gruß
Karl

Ich glaube nicht, dass ich mich irren kann. Denn als ich glaubte mich zu irren, hatte ich mich geirrt

__________________
Gruß
Karl


Geschrieben von Supi 77 am 25.05.2017 um 19:36:

RE: Vorderradbremse

Danke Karl,

das klingt plausibel.

Grüße

Rudi


Geschrieben von Uli G. am 25.05.2017 um 22:57:

RE: Vorderradbremse


Karl H.:

Das Verfahren von +huetti+ verwende ich auch und ist schnell erklärt:

Weil Luftblasen im Bremsschlauch von alleine nach oben wandern, entlüftet sich die Bremsleitung der Vorderradbremse von alleine. Das nennt sich "Schwerkraftentlüftung" und funktioniert nur bei kontinuierlich aufsteigenden Leitungen (Vorderrad). Die Bremszange muss natürlich durch Spülen luftfrei gemacht werden, weil der höchste Punkt an der Entlüfterschraube sitzt. Das Entlüften der Bremsleitung durch Schwerkraftentlüftung geht eventuell besser, wenn das System unter Druck steht (Hebel gezogen), weil die Luftblasen dann komprimiert, also kleiner sind. Ich habe das bisher immer (entgegen der verbreiteten Empfehlung) ohne gezogenen Hebel gemacht und Erfolg gehabt. Zum Ziehen des Bremshebels über Nacht nimmt man übrigens nicht die Hand sondern einen Kabelbinder

Mit dieser Methode lassen sich ohne jegliche Spülorgien auch Bremsleitungen austauschen. Wichtig ist nur, dass beim Lösen der alten Leitung von der Bremszange oder dem ABS-Modul die Verbindungsstelle oben liegt, und so keine Luft in Zange oder Modul eindringen kann. Nach Anschrauben der neuen Leitung mit einer Injektionsspritze (gebogene Nadel) die Leitung von oben mit Bremsflüssigkeit füllen. Dann das ABS-Modul bzw. die Bremszange wieder in Einbaulage positionieren und befestigen, und die Bremsleitung oben an die Handpumpe schrauben. Der Rest passiert nach Befüllen des Vorratsbehälters von alleine über Nacht. 😁

Konsequenz nebenbei: Wenn man über längere Zeit eine weiche Vorderradbremse wegen Lufteinschluss hat, sitzt die Luftblase sicher nicht im Bremsschlauch, sondern in der Zange.

Gruß
Karl

Ich glaube nicht, dass ich mich irren kann. Denn als ich glaubte mich zu irren, hatte ich mich geirrt

Das mach mir bitte mal mit DOT5 vor, bei der sich Luftblasen nichtmal bei normalem Entlüften (Spülen, Spülen, Spülen, ...)  .
Und spätestens mit ABS-Systemen und ihren vielfältig überalll, rauf u. runter verlaufenden Leitungen zum Modulator reißt man da überhaupt nichts mehr.
Btw:
Durch Ziehen des Handbremshebels aufgebrachter Druck verkleinert nat. die Gasblasen, bloß "wiegen" die noch genau so viel wie vorher, haben aber, weil sie weniger Flüssigkeitsvolumen verdrängen (das Volumen der Blasen lässt sich leicht errechnen: V=4/3pi*r³), weniger Auftrieb. Die Reibung, die einem Aufsteigen entgegen steht, verringert sich auch, ist sie doch dem Blasenradius direkt proportional, das hindert aber die kleinen Mistdinger keinesfalls, sich irgendwo an die Wandung der Bremsleistung anzuheften und einem Transport jeglichen, nur möglichen, Widerstand entgegen zu setzen.
Speziell mit DOT5, DOT1234/5.1 sind da wesentlich zuvorkommender 😁.
Voodoo Augenzwinkern (o. Ayurveda?) 😜
Grüße
Uli

=Most motorcycle problems are caused by the nut that connects the handlebars to the saddle=
=Ich weiss, daß die Stimmen, die ich höre, nicht echt sind. Trotzdem haben sie manchmal gute Ideen=
=Man kann nicht alles ldiotensicher machen. Immer wenn man‘s probiert, machen sie einfach bessere ldioten=
Must see: Luftfahrtmuseum Hannover


Geschrieben von +huetti+ am 26.05.2017 um 07:05:

RE: Vorderradbremse

Danke Karl. Versuch macht kluch. Und es ging um eine 2001 Heritage. Da gabs noch kein ABS 😁😁 Zu Ayurveda und Voodoo, wenns hilft.🫤🫤


Geschrieben von Karl H. am 26.05.2017 um 10:17:

RE: Vorderradbremse

Da kein Mensch sieht, was in einer Bremsleitung wirklich passiert, habe ich nach der hier kontrovers geführten Diskussion mal ein kleines Experiment gemacht. Habe ein dünnes Schläuchlein mit 4mm lichter Weite zuerst mit DOT5, dann mit DOT4 gefüllt. Dann habe ich ein Luftbläschen aufsteigen lassen und die Geschwindigkeit beobachtet, mit dem das Bläschen nach oben steigt. In beiden Fällen bewegte sich das Bläschen in etwa mit  5 mm/sec. Ein kurzfristiges Hängenbleiben des Bläschens habe ich interessanterweise bei DOT4, nicht aber bei DOT5 beobachtet (das Bläschen setzte sich jeweils selbstständig wieder in Bewegung). Da das Schläuchlein unten abgeklemmt war, konnte ich durch Hineinblasen von oben einen gewissen Druck aufbauen (Die Handpumpe macht sehr viel mehr Druck!). Das Bläschen wurde dabei sichtbar (ca. 30%) verkleinert und der Wandkontakt dadurch verringert.



 

Das Ergebnis bestätigt meine Erfahrung, dass man sich an der vorderen, fast senkrecht verlaufenden Bremsleitung einen Wolf spülen kann, wenn man das ohne Rückschlagventil oder Unterdruckpumpe macht. Man kann mit der reinen Ventilauf-Hebelziehen-Ventilzu-Hebelloslassen-Methode die Bläschen gar nicht so schnell nach unten spülen, wie sie wieder nach oben wandern. Da bewährt sich dann die Schwerkraftmethode als Alternative.

Gruß
Karl

Ich glaube nicht, dass ich mich irren kann. Denn als ich glaubte mich zu irren, hatte ich mich geirrt

__________________
Gruß
Karl


Geschrieben von Kerbtierexorzist am 26.05.2017 um 13:56:

RE: Vorderradbremse

Kommt drauf an wo beim Entlüften der höchste Punkt in der Leitung ist. Wenn der Lenker Gerade ist, kann die Entlüftungsbohrung im Bremszylinder nicht die Luftblase oben erfassen. Zu Hektisches pumpen, wie ein Karnickelbock, ist ebenfalls falsch. Was übrigens gerne vernachlässigt wird ist das Tauschen der Dichtringe vom Bremskolben! Ein Fehler, den mein Kumpel gemacht hat, ist frische Bremsflüssigkeit, die unten in die Flasche gelaufen ist wieder oben in den Ausgleichsbehälter zu kippen. Da können wie beim Sekt sehr kleine Luftblasen drinnen sein und sobald wieder ruhe einkehrt sammeln die sich oben und bilden eine große Blase.