@blue elise
Ich habe das schon richtig verstanden. Die meißten Postings hier im Fred kann man ja nicht falsch verstehen.
Ich finde es nur traurig, wie "platt" mit einem solchen Thema umgegangen wird. Vom ursprünglichen Artikel ausgegangen, kommen viele hier zu dem Schluss, dass DAS genau richtig war - und da hört mein Verständnis auf. Wer als wütender Mob irgendwo aufkreuzt und einen Menschen (auch wenn es ohne Frage ein Dreckschwein war) zusammenmetzelt und ihm die Eier abschneidet, is unterm Strich doch keinen Deut besser. Er ist schlichtweg ein Mörder, der äußerst brutal einen anderen Menschen tötet.
Und ich persönlich wollte genauso wenig einen Menschen als Nachbarn haben, der einen anderen mit nem Messer zerhackt hat wie einen Kinderschänder.
Dass sich in unserer Rechtssprechung mal einiges ändern sollte, ist ein anderes Thema - und da stimme ich voll und ganz zu. Man bräuchte nicht mal großartig härtere Gesetze, sondern es würde schon reichen, wenn man die bestehenden mal eins zu eins umsetzen würde/könnte.
Für gewisse Taten/Täter hätte ich auch kein Problem mit der Einführung der Todesstrafe, weil nun mal manche Menschen durch ihre Taten beweisen, dass sie nicht gesellschaftsfähig sind. Solche Individuen wieder mit aller Gewalt in die Gesellschaft eingliedern zu wollen halte ich auch für irrsinnig.
Trotzdem kann es nicht sein, dass man die Entscheidung über Leben und Tod dem Bürger auf der Strasse überlässt.
Zu deinem Beispiel mit dem betrunkenen Autofahrer sag ich dir auch noch was:
bei unzähligen Alkoholkontrollen oder Leuten, denen ich die Pappe gezwickt habe, hab ich schon x-mal den Spruch gehört: "Ihr solltet euch lieber mal um die richtigen Verbrecher kümmern!"
So...wer sind denn jetzt die richtigen Verbrecher? Machen wir Alkoholkontrollen um genau das zu verhindern, was du als Beispiel gebracht hast, sind wir die Bösen,die nur dem einfachen Bürger das Geld aus der Tasche ziehen wollen.
Greif ich mir den Kleindealer, sagt der, ich soll mich lieber mal um die Kinderschänder und Vergewaltiger kümmern.

, etc. etc.
Weiteres Beispiel:
Vor einigen Jahren hat man in unserem Revierbereich einen 11jährigen Jungen an einem Angelsee tot aufgefunden, nachdem ihn die Eltern als vermißt gemeldet hatten. Das Kind wurde mit mehreren Messerstichen getötet und noch andere Sachen mit der Leiche veranstaltet, auf die ich hier nicht eingehen möchte. Die Eltern waren dabei, als Kollegen das Kind tot aufgefunden haben.
Nach umfangreichen Ermittlungen wurde relativ schnell ein 16jähriger festgenommen, der geistig zurückgeblieben ist. Dieser wurde vernommen und hatte teilweise detailiertes "Täterwissen", sodass man sich sicher war, er habe den Jungen getötet.
Bei der DNA-Untersuchung der Opferkleidung fand man an einem relevanten Kleidungsstück eine DNA-Spur, die NICHT von dem Tatverdächtigen stammte. Da der Tatverdächtige aufgrund seines Geisteszustandes nur bedingt vernehmungsfähig war, konnte man manche Sachen auch nicht weiter hinterfragen.
Aufgrund der am Opfer festgestellten DNA-Spur lies man das Verfahren gegen den 16jährigen fallen.
Vor 15 Jahren hätte man gegen ihn einen Indizienprozess eröffnet, in dem er mit hoher Wahrscheinlichkeit verurteilt worden wäre.
Ganz davon abgesehen, dass der 16jährige auch ein Kind unbedarfter Eltern war, hätte man ihn nach den hier geposteten Beiträgen um die Ecke bringen müssen.
Ob er es wirklich war, weiß man bis heute nicht. Der Täter wurde bislang nicht ermittelt, obwohl man die bis dato größte Massen-DNA-Erhebung der BRD machte.
Wer von euch hätte die Schuld auf sich geladen, und den 16jährigen kalt gemacht???? (ich wiederhole: anfangs waren sich alle sicher, dass er es war!).
Versteht ihr jetzt, worum es mir geht?