Zwischen all meinen Harleys bin ich auch immer andere Marken gefahren - von Triumph Speed Trible bis Moto Guzzi Norge, um nur zwei Beispiele zu nennen. Letzten Endes gingen diese Motorräder alle nach einer Saison wieder. Das war mit den Harleys übrigens nicht anders, der Reiz des Neuen ist halt ständig da.
Nun nach drei Jahren Harley-Abstinenz fahre ich wieder eine Dyna, die ich weitesgehend so lasse, wie sie ist. Und ich nehme sie, wie sie ist. Vibrationen in den Fußrasten? Bei meiner 2005er Street Bob fand ich sie ätzend, nun nehme ich sie als Teil des Gesamterlebnisses einfach hin. Konstantfahrruckeln? Kann ich mit leben, wenn es so wenig ausgeprägt ist wie bei diesem Motorrad. Träges Handling? Genau, der Weg ist das Ziel. Wenig Schräglagenfreiheit? Yep, das entschleunigt. Marketing-Overkill? Gucke ich drüber weg, Legenden-Gelaber hat mich nie interessiert.
Meine letzten beiden HDs waren Softails, bei denen mir im Nachhinein etwas der Unterhaltungswert des Motors fehlte, die Dyna bietet ihn.
Und das ist etwas, was mir keine der vorher getesteten Maschinen bieten konnte. Weder eine KTM 990 Supermoto (geiler Kurvenfeger), noch eine Ducati Diavel (zieht schön die Arme lang) oder eine Victory Judge (das ist Drehmoment-Bumms). Alle können mehr als die Dyna, aber die Dyna bietet für mich das spannendste Gesamtpaket, passt zu meiner Art des Fahrens am besten.
So richtig emotional angefixt bin ich von ihr übrigens nicht, aber ich mag sie. Man muss sie halt als das sehen, was sie ist: ein Motorrad mit vielen,interessanten Schwächen. Love it or leave it.