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Geschrieben von Roller am 14.10.2021 um 21:48:

Die "Hybride" entstehen oft, weil die Co. z.B. Mitte ´98 schon Baujahr ´99 in den Papieren ausweist.
Ich kenne das von früheren Modellen, die in originalen "Tech-Tips" dann mit "late xxxx" angegeben werden, als "Running Change", oft mit VIN (gerne bei wichtigen Safety calls);

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If we were not crazy - we would all go insane..


Geschrieben von cam gear am 15.10.2021 um 11:17:

Das Beispiel der kanadischen WLC's trifft die Sache meiner Meinung nach genau. Die Bedienungs-Elemente waren anders als bei den WLA's.
Die WLC's hatten das Gas links, den Zündzeitzpunkt rechts, den Handbremshebel links und zusätzlich zur Fußkupplung noch eine Handkupplung rechts. Wer die sonst bei Harley übliche Anordnung der Bedienelemente bevorzugt, sollte meiner Ansicht nach nicht eine WLC umbauen, sondern gleich eine WLA fahren. Aber da sind wir wieder beim Thema...jeder kann machen was er will, aber in diesem Fall fände ich es schade um die WLC geschockt .

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Geschrieben von ShovelPanJens am 17.10.2021 um 14:32:

Für mich hängt das immer vom Ausgangsmaterial ab. Wenn ich eine fahrbereite Knuckle im Originalzustand und dazu noch in OP bekommen würde, würde ich die sicherlich nicht restaurieren, sondern nur technisch reparieren.
Ich habe eine Shovel und eine Pan restauriert und zwar aus völlig unterschiedlichen Gründen.
Ich habe meine Shovel vor 40 Jahren gekauft und komplett umgebaut. Irgendwann habe ich mir die Frage gestellt, ob ich sie wieder in den Originalzustand zurückbauen soll. Das tat mir dann doch zu leid, deswegen haben ich ein identisches Moped gekauft (gleiches Modell und Baujahr) und komplett restauriert in den Originalzustand.
Sieht man hier:
https://www.youtube.com/watch?v=b4TcBjI2h4s&t=32s
Wenn ich original sage, meine ich das auch, also gehen nur NOS Teile. Bis auf die Reifen und die Tankaufkleber ist mir das auch gelungen. Die Tankaufkleber sind allerdings wie OEM (Siebdruck auf Wasserschiebefolie), die bekommt man echt nicht mehr als OEM Teil, da damals fast immer das AMF oben abgeschnitten worden ist. Jetzt habe ich das was ich mir vor 40 Jahren nicht leisten konnte, eine neue Super Glide. Läuft fantastisch und macht viel mehr Spass beim fahren als meine umgebaute.

Meine Pan habe ich komplett zerlegt gekauft, fast alle Originalteile waren vorhanden, aber in einem echt jämmerlichen Zustand. Auch die wollte ich nur im Originalzustand. Teilebeschaffung ist hier deutlich schwerer als bei Shovels, aber man bekommt so ziemlich alles in den USA, wenn man bereit ist genügend Geld auszugeben. Mir fehlen nur noch einige wenige Teile, die nicht OEM sind, aber die Suche läuft. Ergebnis sieht man hier:
https://www.youtube.com/watch?v=D4aWLwaUH6M&lc=UgxYZZQNKHrzm4IXlz14AaABAg.9TY3qFS37e99TabcrEnXUI

Wie gesagt, es ist immer eine schwierige Entscheidung, aber leider wird der Begriff "Patina" viel zu oft mißbraucht. Bei Pan Teilen sieht man das immer prima... Da werden total verostete Tachos angeboten, die nichtmal funktionieren und es heißt "Super Patina".. Für mich heisst das nur Schrott. Aber zum Glück kann ja jeder mit seinen Mopeds machen was er will und deswegen ist meine Meinung eben auch nur meine Meinung. Was die von @cam gear angesprochenen Umbauten angeht, sehe ich das ein wenig pragmatischer. Wenn mir die Handbremse auf der linken Seite nicht passt, baue ich sie auf die rechte Seite um. Ich fahre viele verschiedene Mopeds und da kann sowas schnell ein Sicherheitsrisiko werden, die Teile wollen ja auch gefahren werden. Aber "No go's" sind Umbauten, die ich man nicht wieder zurückbauen kann! Das mit der Handbremse ist kein Problem, da komplett reversibel, mit dem Umbau auf Fußschaltung ist es ähnlich (wenn auch deutlich aufwändiger), aber das sieht mit Handschalttanks einfach nur scheisse aus. Von meiner ersten Shovel habe ich noch alle Originalteile, man weiss ja nie, was man noch alles machen will...

Jens

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Super Glide FXE 1200 Custom Bj. 1980
Super Glide FXE 1200 100% stock Bj. 1980
Hydra-Glide EL 100% stock Bj. 1950
Suzuki GSX 1200 Bj. 1999
Softail Standard, Bj. 2021


Geschrieben von cam gear am 17.10.2021 um 16:19:

Ich sehe das wie Jens, alles was problemlos rückbaubar ist ist sicherlich kein Problem für die Zukunft. Bleibende Veränderungen schmerzen mich aber einfach (z.B. Abflexen der Seitenwagen Aufnahmen am Rahmen).
Ich wollte mir die Videos von Jens anschauen habe aber keine Lust mir vorher 4 oder 5 Minuten lang Werbung von einem Typ der reich geboren ist oder über ein Objektiv zu betracht Baby. Weiß jemand einen Tipp wie diese Werbe-Vorfilme vermeidbar sind?

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Geschrieben von ShovelPanJens am 17.10.2021 um 18:13:

Mach dir einen Adblocker rein, dann ist die Werbung weg... (auf'm PC oder Mac, beim iPhone nutzte ich kaum Youtube). Aber meistens kann man die Werbung überspringen.
Was Änderungen am Rahmen angeht, klares No Go. Ich bin echt froh, dass mein Wishbone sogar noch die Werkzeugkastenhalterung dran hatte, die wurde meistens als erstes weggeflext. Viele alte Rahmen wurden auch geraked und/oder gestrechted, was zwar reparabel ist, aber natürlich nicht original und für die Zulassung hier in Deutschland echt kritisch...

Jens

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Geschrieben von Schneckman am 26.10.2021 um 21:37:

Also meine ist das Original-Custombike von mir  großes Grinsen

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Geschrieben von Sam V am 26.10.2021 um 23:40:

Ich hab jetzt mal ne ganz stumpfe Frage: Meine SR 500 (Ja ich weiß, dass das ne Yamaha ist), Bj. 1980 habe ich 1985 mit Teilen, die es damals gab und heute nicht mehr zu bekommen sind, komplett umgebaut. Also Gabel, Schwinge, vorverlegte, Sitz, Lenker, Auspuff, etc. Alle Teile vor mehr als 35 Jahren angebaut und eintragen lassen.

Würde sowas heute als original alt gelten, oder ist das verbastelt?

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Ein Motorrad muss einen Vergaser haben. Mehr gibt es da nicht zu sagen.


Geschrieben von mellerr am 26.10.2021 um 23:45:

Zeitgenössischer Umbau? Ob verbastelt liegt auch immer an der Art/Qualität der Ausführung.


Geschrieben von Moos am 26.10.2021 um 23:55:

zum zitierten Beitrag Zitat von Sam V
Würde sowas heute als original alt gelten, oder ist das verbastelt?

Ist schwer zu sagen und liegt wohl auch etwas im Ermessen des Gutachters. Häufig angebaute Teile, wie z. B. ne Giuliari Sitzbank oder Koni-Stoßdämpfer an einer alten Kawa sind def. kein Prob., weil das dann als zeitgenössisch gilt. Ein totaler Umbau, auch wenn alles eingetragen ist, wird, denke ich, nicht durchgehen.

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Geschrieben von cam gear am 27.10.2021 um 08:14:

Das ist meiner Meinung nach eigentlich relativ einfach zu beantworten. Original ist der Zustand in dem das Bike das Werk verlassen hat. Das können dann auch Spezial-Versionen sein, wie z.B. Polizeiausführungen.
Dies sollte aber nicht mit der Definition für eine Oldtimer-Zulassung verwechselt werden. Dafür sind "zeitgenössische" Veränderungen zugelassen. Der Umfang der zeitgenössischen Veränderungen bietet dabei häufig Raum für beliebig heftige Diskussionen mit den zuständigen Stellen. Wenn einer 1936 seine Knuckle gekauft hat und 1947 sein kaputtes Rücklicht durch die Tompstone-Version ersetzt, wäre das heute ein zeitgenössischer Umbau aber kein Originalzustand. Das heißt im Umkehrschluss: eine Oldtimer-Zulassung kann, muss aber kein Hinweis auf einen Originalzustand sein.

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Geschrieben von Schneckman am 27.10.2021 um 09:22:

zum zitierten Beitrag Zitat von Sam V
Ich hab jetzt mal ne ganz stumpfe Frage: Meine SR 500 (Ja ich weiß, dass das ne Yamaha ist), Bj. 1980 habe ich 1985 mit Teilen, die es damals gab und heute nicht mehr zu bekommen sind, komplett umgebaut. Also Gabel, Schwinge, vorverlegte, Sitz, Lenker, Auspuff, etc. Alle Teile vor mehr als 35 Jahren angebaut und eintragen lassen.

Würde sowas heute als original alt gelten, oder ist das verbastelt?

Wenn Du meinst ob es H-Kennzeichen-tauglich ist, dann ja - da gibt es eine 10-Jahres-Regel für die Umbauten bzw die Teile.
Früher war das mal so, daß der Umbau auch damals vorgenommen und dies so nachgewiesen werden mußte, das ist aber schon seit vielen Jahren vorbei - seitdem kann man den Umbau auch aktuell vornehmen, ohne
die H-Tauglichkeit zu verlieren.
Die Teile sollen bis innerhalb 10 Jahren ab BJ bzw EZ verfügbar (und legal bzw eintragungsfähig) gewesen sein, gilt auch für Totalumbau zum Schwedenchopper oder sonstwas sofern damals so machbar und TÜV fähig.
"Original Alt" ist es von der Amtssprache her nicht, sondern genau wie schon von Meller genannt "zeitgenössisch umgebaut oder modifiziert".

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Geschrieben von cal43 am 27.10.2021 um 09:36:

zum zitierten Beitrag Zitat von Sam V
Ich hab jetzt mal ne ganz stumpfe Frage: Meine SR 500 (Ja ich weiß, dass das ne Yamaha ist), Bj. 1980 habe ich 1985 mit Teilen, die es damals gab und heute nicht mehr zu bekommen sind, komplett umgebaut. Also Gabel, Schwinge, vorverlegte, Sitz, Lenker, Auspuff, etc. Alle Teile vor mehr als 35 Jahren angebaut und eintragen lassen.

Würde sowas heute als original alt gelten, oder ist das verbastelt?

Das ist ein Zeitgenössischer Umbau und damit erhaltenswert, falls man auf sowas wir H-Kennzeichen spekuliert kommt es auf die Prüfer an da gibt es extrem viele Dabbes die so etwas aus fadenscheinigen Gründen verweigern .


Zum restaurieren gibt es die Charta von Turin, der Rest sind Umbauten die aber auch Spass machen.

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Geschrieben von GerdTB7 am 27.10.2021 um 10:16:

zum zitierten Beitrag Zitat von Sam V
Ich hab jetzt mal ne ganz stumpfe Frage: Meine SR 500 (Ja ich weiß, dass das ne Yamaha ist), Bj. 1980 habe ich 1985 mit Teilen, die es damals gab und heute nicht mehr zu bekommen sind, komplett umgebaut. Also Gabel, Schwinge, vorverlegte, Sitz, Lenker, Auspuff, etc. Alle Teile vor mehr als 35 Jahren angebaut und eintragen lassen.

Würde sowas heute als original alt gelten, oder ist das verbastelt?

Ich wuerde auch sagen zeitgenoessischer Umbau.
Wenn die so aussieht wie auf Deinem Avatar, dann ist immer noch die original Lackierung, was schonmal 'nen guten Eindruck macht.
Das sollte sogar passen wenn Du eine zweite Bremsscheibe montieren wuerdest.

Ich bereue es heute noch, dass ich meine SR jemals verkauft habe.....

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Geschrieben von Schneckman am 27.10.2021 um 10:24:

Im Prinzip kann die lackiert sein wie sie will, solange das nicht beispielsweise einen erst 2010 gegründeten Rennsponsor oder irgendwas zeigt, was es im 10-Jahres-Zeitraum noch gar nicht gab.
Alles Andere könnte damals ja so lackiert worden sein...ansonsten - falscher Prüfer, ab zur Fachwerkstatt mit Sachkunde-Prüfer

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Geschrieben von Sam V am 27.10.2021 um 17:25:

zum zitierten Beitrag Zitat von GerdTB7

Ich wuerde auch sagen zeitgenoessischer Umbau.
Wenn die so aussieht wie auf Deinem Avatar, dann ist immer noch die original Lackierung, was schonmal 'nen guten Eindruck macht.


Ich bereue es heute noch, dass ich meine SR jemals verkauft habe.....

Ist die auf dem Avatar. Original Lackierung mit original Beulen und Kratzern, alle selbstgemacht. großes Grinsen

Ich hätte die fast mal verkauft, um Platz in der Garage zu schaffen, aber meine Frau hat mir das zum Glück ausgeredet. Aber der Umstieg von ner Big Twin auf die SR ist jedes mal ein Abenteuer. Das fühlt sich an wie ein Fahrrad mit Motor, ist laut, geht gut ab und ist irgendwie unter dem Hintern kaum vorhanden....

Eine Oldtimerzulassung für die SR lohnt sich nicht. Die kostet mich 36 € Versicherung und 34 Euro Steuern im Jahr. Das teuerste an dem Bock ist der TÜV alle 2 oder 3 Jahre (Je nachdem, ob ich den mal wieder vergesse).

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