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Geschrieben von Paeule am 04.04.2014 um 13:43:

So, zum Wochenende noch 'n bisschen Futter.

Diesmal:
Wie baue ich ein Getriebe ein?

Zuerst die Schalthebelwelle in die Aufnahme im Gehäuse einsetzen. Die hält da so gerade eben, muss aber vor dem Getriebe eingesetzt werden, denn zusammen geht's nicht.

Die Kugel am „Finger” Zunge raus der Welle muss in die Aufnahme der Schaltkulisse greifen (wie im Bild zu sehen), dazu muss die Welle so eingesetzt werden, dass der „Finger” genau waagerecht steht. Dann kann das Getriebe eingeschoben werden und die Aufnahme trifft genau auf die Kugel.

Aber da die Welle ja vorher eingesetzt wird, kann sie sich beim Einbauen des Getriebes verdrehen und die Kugel greift daneben. Also die Welle einsetzen und bei waagerechter Position des Fingers eine Markierung auf dem anderen Ende der Welle machen, genau oben. Nun muss beim Einbau darauf geachtet werden, dass die Markierung immer oben an dieser Stelle bleibt und sich die Welle nicht dreht.

Kompliziert? Ach wat!


Geschrieben von Paeule am 04.04.2014 um 13:48:

Und jetzt einfach einbauen fröhlich

Also, Getriebe vorsichtig ins Gehäuse führen, darauf achten, dass die Antriebsachse ins Lager gesteckt wird (auf der anderen Seite rauskommt) und auf der Primärseite die Zapfen des Deckels in die Löcher greifen.

Wenn alles „bis zum Anschlag” eingesetzt ist, die drei Schrauben einschrauben und festziehen (19–26 Nm).

Das sollte für's WE reichen Augenzwinkern

Schöne Wochenende Freude Freude Freude


Geschrieben von Paeule am 04.04.2014 um 13:53:

Übrigens habe ich mir bei der Gelegenheit auch gleich eine neue Schalthebelwelle eingebaut, die alte war verbogen traurig

Also, vorher mal prüfen, kostet nicht viel, aber wirkt Wunder Freude .


Geschrieben von Paeule am 07.04.2014 um 14:13:

Jetzt noch die Schraube der Schaltung festschrauben und die Sicherungsbleche hochbiegen.

Die Lichtmaschine wird in umgekehrter Reihenfolge montiert.
Zu beachten ist dabei, dass die Schrauben, mit denen der Stator (die Spulen) ans Gehäuse geschraubt wird, werksseitig eingeklebt sind und eigentlich erneuert werden sollen. Allerdings habe ich die nirgends zum Nachbestellen gefunden und habe aber auch bei anderen gelesen, dass das genauso gut mit Loctite-Kleber geht.
Also habe ich das auch so gemacht großes Grinsen (3–4,5 Nm)

Die Gummidichtung zur leichteren Montage einfach mit Fett einstreichen.

Nicht vergessen, die Kabelenden wieder zusammenzustecken.


Geschrieben von Paeule am 08.04.2014 um 13:39:

Hier noch mal die Sache mit dem Einkleben der Schrauben, sind übrigens Torx-Schrauben T27. Festziehen mit 3–4,5 Nm.


Geschrieben von Paeule am 08.04.2014 um 13:50:

So, und jetzt kann auch schon wieder der Primärantrieb montiert werden.

Die ganze Einheit „Kurbelwellenzahnrad/Primärkette/Lichtmaschinenrotor/Kupplung” wird zusammen aufgesetzt. Vorher penibel darauf achten, dass keine Metallsplitter, -teilchen, -schrauben oder sonst was an den Magneten des Rotors haften!


Geschrieben von Paeule am 09.04.2014 um 13:51:

Die Scheibe und den Sicherungsring wieder zurück an ihren Platz.


Geschrieben von Paeule am 09.04.2014 um 13:57:

Die Mutter des Kurbelwellenritzels wird mit Loctite-Kleber aufgeschraubt und angezogen (203–223 Nm). Dazu wieder den Metallriegel zwischen die Zahnräder klemmen.


Geschrieben von Guggag am 09.04.2014 um 15:00:

Mal eine Frage. Geht bei mir zwar um eine 2005er Sportster, aber das sollte in etwa passen oder besser gesagt nicht zuuu weit voneinander entfernt liegen.

Da ich gerade auch dabei bin, meinen Motor nach einer TOP-End Revision (Habe zusätzlich den gesamten Motor zerlegen müssen da gestrahlt und neu gepulvert) zusammen zu setzten, bin ich im Handbuch (von Amazon gekauft) auf das Anzugsmoment der Linksdrehenden Schraube für den Stator auf der kurbelwelle auf eine - mir extrem hoch vorkommende - Ziffer gestoßen.

Und zwar soll demnach mit über 230 NM die Schraube angezogen werden.
Das kann doch nicht stimmen oder? Man muss dazu sagen, es wäre nicht der einzige Fehler im Buch. Ist halt son nachgemachtes glaube ich.

Bei dem Drehmoment muss ich doch Angst um den Metallriegel haben.

Oder kann das tatsächlich stimmen?


Geschrieben von Paeule am 09.04.2014 um 15:48:

In meinem Werkstattbuch steht:

Engine sprocket nut 150-165 ft.-lb. / 203-223 Nm

Also scheint mir dein Wert in etwa zu stimmen.
Mein Drehmomentschlüssel hat das auch geleistet Zunge raus .


Geschrieben von Rabauke am 09.04.2014 um 15:49:

Hi.

Im Werkstattbuch zur Sportster 2010 steht dazu:

Die Motorzahnradmutter einbauen. Auf ein Drehmoment
von 326–353 N·m (240–260 ft-lb) anziehen

cu

Ähm, moment!
Evtl. sollten wir Bilder sprechen lassen großes Grinsen
Im nächsten Abschnitt lese ich...

Siehe Abbildung 5-20. Zwei bis drei Tropfen LOCTITE
262 (rot) auf das Gewindeende der Getriebehauptwelle
auftragen. Federscheibe (2) und Hauptwellenmutter (1)
(Linksgewinde) an der Getriebehauptwelle anbringen. Die
Mutter auf ein Drehmoment von 67,8–81,3 N·m
(50–60 ft-lb) anziehen.

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Like a Harley Driver...


Geschrieben von Guggag am 09.04.2014 um 16:17:

Wat eine Kraft geschockt
Naja, dann solls wohl so müssen. Wollte mir nur sicher gehen bevor ich mir den Kurbelwellenzapfen abreiße. Denn dann würde ich erst einmal eine Runde traurig traurig traurig

@Rabauke:

Du liegst schon richtig wie wir jetzt wissen.
Nur das Bild ist das falsche. Dazu muss ich aber auch sagen, dass sich bei der hier im Thema vorgstellten 1989er Sportster die Lichtmaschine auf der Getriebeeingangswelle befindet und bei meiner (Bj. 2005) die Lichtmaschine auf die Antriebswelle verlegt wurde (Kurbelwelle Links).

Bei meiner Sportster ist es also so, dass die Mutter auf der Kurbelwelle mit ca. 210NM angezogen werden muss und die Mutter auf der Getriebewelle (Kupplungskorb) mit etwa 90NM soweit ich weiss.


Geschrieben von Paeule am 10.04.2014 um 13:40:

Die Einstellschraube und den Sprengring in umgekehrter Ausbaureihenfolge wieder einsetzen.
Eine Sprengringzange ist dabei sehr hilfreich großes Grinsen .


Geschrieben von Paeule am 10.04.2014 um 13:54:

Über die Fußrasten-Gewindestange kommt eine neue Dichtung, die alte war kaputt.
Und auch am Schalthebeldurchgang im Gehäuse ist die Dichtung kaputt und wird ausgetauscht.

Das halte ich für wichtig: Beim Zusammenbauen auch immer die Dichtungen prüfen und im Zweifelsfall lieber eine neu einsetzen, das macht sich bezahlt.


Geschrieben von Reze am 12.04.2014 um 11:30:

So sah es gestern bei mir aus.

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i hope they serve beer in hell