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Sehr schön erklärt und das mit den Bildern ist super nur weiter so.
Ja, wird sicher wieder genauso gut wie dein umfangreicher Restaurierungs-Thread !!
Besser als jedes Reparatur- u. Werkstattbuch
LG, Andreas
(der mit der 87er)
Jetzt wird das Antriebsritzel von der Antriebswelle entfernt, damit nachher das Getriebe mit der Antriebswelle zur anderen Seite hin herausgenommen werden kann.
Also hier auf dieser Seite so wenig Demontage wie möglich, d.h., die Antriebskette bleibt unverändert dran, die Hinterachse wird auch nicht gelöst oder so …
Zuerst die Sicherungsschraube der Befestigungsmutter lösen. Die kann ziemlich fest sitzen, da sie ja eingeklebt ist. Also wirklich passenden Zoll-Inbusschlüssel verwenden!
Dann die Mutter lösen. Damit sich dabei das Ritzel nicht mitdreht, habe ich einfach eine Holzlatte durch's hintere Rad geschoben. Auch diese Mutter ist eingeklebt und sitzt ziemlich fest.
Dann das Ritzel von der Welle ziehen und einfach so in der Kette lassen.
Mehr muss hier auf dieser Seite nicht gemacht werden.
Übrigens, das fällt mir gerade so ein : selbstverständlich habe ich vor Beginn der Arbeiten die Batterie vom Stromnetz getrennt, d.h., ich hatte sie sowieso ausgebaut und den Winter über an's Ladegerät gehängt. Aber trotzdem dran denken: lieber Strom weg vorm Montieren
Weiter geht's, jetzt auf der Kupplungsseite.
Zuerst unten den Primärkettenspanner lösen: Kontermutter lösen, dann mit Inbusschlüssel die Einstellschraube herausdrehen – nicht ganz, aber ein Stück
Anschließend den Kupplungsrevisionsdeckel losschrauben und mit der Feder darin herausnehmen.
Auf der Stellschraube sitzt jetzt eine Sicherungshülse. Die herausnehmen und anschließend die Stellschraube im Uhrzeigersinn drehen, bis sich die darauf sitzende Mutter abnehmen lässt.
Und schon kann der Primärdeckel abgenommen werden.
Dazu die Mutter des Primärkettenspanners abschrauben und dann die 10 Inbusschrauben rundherum ausschrauben.
Achtung: Es kann sein, dass bei bestimmten Modelljahren diese Inbusschrauben unterschiedlich lang sind. Also am besten ein Stück Wellpappkarton (ca. DIN A4 groß) nehmen und die Kontur der Dichtfläche darauf zeichnen. Nun beim Herausnehmen der Schrauben diese an entsprechender Position in die Wellpappe eindrücken. Da bleiben sie dann drin, bis sie wieder an gleicher Stelle eingeschraubt werden. So habe ich es gemacht, aber im Nachhinein stellte sich heraus, dass bei mir alle Schrauben gleich lang sind
Wenn die Schrauben alle herausgeschraubt sind, vorsichtig den Primärdeckel lösen und abziehen. Das kann etwas kniffelig werden, wenn z. B. die Schalthebelwelle schon einen Schlag hat und etwas verbogen ist.
Aber Vorsicht, bloß nicht mit 'nem Schraubendreher den Deckel loshebeln. Das Gehäuse ist aus Alu und somit sehr weich und empfindlich.Das kann nachher zu Undichtigkeiten führen.
Nach dem Abnehmen bleibt der Deckel über den Kupplungszug mit dem Motorgehäuse verbunden. Vorsichtig ablegen und vor Dreck/Staub schützen. Da wird nichts dran verändert, der kommt nachher einfach wieder drauf
Aber Achtung: an der Öffnung, durch die die Primärkettenspannerwelle geführt wird, liegt von innen eine Unterlegscheibe an. Diese da lassen und nicht verlieren!
Die Kupplung wird nicht auseinander genommen, sondern sie sitzt zusammen mit den Magneten der Lichtmaschine über den Spulen der Lichtmaschine ( kenne die genauen Begriffe dafür nicht, bin ja kein Fachmann
)
Sie wird komplett mit der Primärkette und dem Zahnrad auf der Kurbelwelle abgenommen.
Dafür zuerst den Sprengring entfernen. Dann die Einstellschraube und Platte herausnehmen. Und dann den zweiten Sprengring herausnehmen.
Um das Zahnrad auf der Kurbelwelle zu lösen, muss diese festgestellt werden. Dafür gibt es unterschiedliche Werkzeuge, die man sich kaufen kann.
Ich habe mir allerdings einfach ein Flacheisen auf eine bestimmte Länge abgeflext und die Enden bisschen rund gefeilt. Dieses Stück habe ich dann so zwischen das Kurbelwellenzahnrad und den Kupplungskorb geklemmt, dass es diese verkeilte und das Kurbelwellenzahnrad fest stand.
Dann mit passendem Steckschlüssel die Mutter lösen. Da diese aber sehr fest sitzt und auch verklebt ist, musste ich den Hebelweg der Knarre mit einem langen Rohr vergrößern. Aber dann klappte es .
Das ganze Gerödel zusammen rausnehmen – das war's, schon ist die Kupplung ausgebaut
Als nächstes kommt die Lichtmaschine raus.
Dazu zuerst unterm Motor die Kabel-Verbindung zum Spannungsregler trennen. Ein Ende kommt aus dem Motorgehäuse und geht zur Lichtmaschine, dass andere Ende führt nach vorne zum Spannungsregler.
Dann den Gummipfropfen der Kabeldurchführung zur Lichtmaschine hin herausziehen. Das kann ein bisschen knifflig sein, aber nur Geduld, nicht mir spitzem/scharfem Werkzeug den Gummi beschädigen. Danach auch das Ende des Kabels hinterher ziehen.
Der Lichtmaschinen-Stator ist mit Torx-Schrauben befestigt. Diese mit entsprechendem Schlüssel (T27) herausschrauben.
Und dann den Stator abnehmen (kennt jemand den richtigen Begriff dafür ?)
Jetzt haben wir den Deckel vor uns, hinter dem sich die Schaltung und das Getriebe befindet.
Die Schaltung ist mit einer Schraube am Getriebedeckel befestigt. Um diese nachher bequem herauszuschrauben, ohne nach dem Ausbau den Deckel irgendwie fixieren zu müssen, habe ich die Schraube jetzt schon gelöst. Aber nur gelöst, nicht ganz herausgeschraubt.
Dazu erst mal das Sicherungsblech zur Seite gebogen, dann Schraube gelöst.
Um den Getriebedeckel zu entfernen, vorher noch den Kettenspanner rausnehmen.
Dann die drei Schrauben des Deckel herausschrauben. Achtung: sie sind unterschiedlich lang, eine ist etwas kürzer, nicht verwechseln!
Jetzt kann das Getriebe, das am Deckel befestigt ist, sanft von der anderen Seite herausgedrückt werden . Mit Gefühl, auf einer Seite leicht drücken, auf der anderen Seite festhalten und auffangen.
Achtung: die Getriebezahnräder sind nur lose aufeinandergesteckt, beim Ausbauen darauf achten, dass nicht alles auseinanderfällt
Also, langsam das Getriebe herausdrücken und aufpassen, dass alles schön zusammen bleibt
Ja, und dann zeigt sich das ganze Malheur:
Im Getriebegehäuse liegt ein zerbrochenes Zahnrad .
Anhand meiner Explo stelle ich fest, dass es der dritte Gang auf der Antriebswelle ist.
Zum Glück ist das Gehäuse nicht wesentlich beschädigt und auch die anderen Wellen und Zahnräder sind unbeschädigt geblieben.
Aber beim Herausnehmen sind mir doch ein paar Scheiben abgerutscht, also muss ich das anhand der Explo zusammenpuzzeln .
Erstklassige Doku und auch gleich Anleitung, Paeule.
Es gibt wohl kein Buch am Markt, dass das so gut zeigt und erläutert.
Da ich ja, wie schon anfangs geschrieben, das Getriebe mehrmals aus- und eingebaut habe, sind die nun folgenden Bilder nicht alle in der hier dargestellten Reihenfolge entstanden.
D. h., ich habe zuerst ein neues Getriebezahnrad eingesetzt und das Getriebe wieder eingebaut. Nach wenigen Fahrtkilometern fing das Getriebe aber wieder an, erst schwergängig zu werden (ersten Gang einlegen sehr schwierig) und dann ließ es sich gar nicht mehr schalten. Also wieder das Getriebe ausgebaut. Diesmal wurde die „Schaltwippe”(?, Shifter Cam Follower) ausgewechselt.
Um jetzt eine strukturierte Anleitung/Dokumentation darzustellen, zeige ich die Bilder in der Reihenfolge des Aus- und Einbaus, ungeachtet der Tatsache, dass beim ersten Ausbau das Zahnrad kaputt war.
Das nur zur Orientierung
Anfangs die Getriebezahnräder so wie abgebildet ausrichten, also im Leerlauf (die Zahnräder der oberen und unteren Welle stehen aufeinander).
Dann die einzelnen Teile der oberen und unteren Welle abnehmen. Am besten in der Reihenfolge, in der die Teile abgenommen werden, auch daneben hinlegen. Das erleichtert den Zusammenbau.
Hier noch mal zurück zum kaputten 3.-Gang-Zahnrad.
Das ist fest auf der Antriebswelle fixiert.
Nachdem ich die Antriebswelle abgenommen habe, wurden die Sprengringe, die das Zahnrad auf der Welle halten, abgenommen, das neue Zahnrad aufgeschoben und die Ringe wieder eingesetzt.
Das war's .
Wer so weit ins Eingeweide seiner Maschine eingedrungen ist, sollte bei dieser Gelegenheit (und vor allem bei älteren Maschinen) unbedingt diese „Schaltwippe” (Stifter Cam Follower) wechseln, da das Original-Teil aus Aluminium ist und sich mit der Zeit dort Riefen eindrücken bzw. dieses Teil im schlimmsten Fall auch an seinen Schwachstellen zerbricht.
Und wer's noch ganz „lecker” haben will, der kann die Laufflächen der Schaltkulisse polieren (innen für die Rollen der Schaltklauen, außen die Lauffläche der Schaltwippe), dadurch lassen sich tatsächlich die Gänge sauberer und gefühlvoller schalten.
Also, ich habe es so gemacht – es lohnt sich
Doch alles der Reihe nach. Vorher muss das Getriebe noch weiter auseinandergenommen werden.
Die Getriebeteile sind nur lose aufeinander gesteckt, also vorsichtig abheben und gut geordnet ablegen
Die Schaltklauen sitzen lose auf ihren Achsen, beim Auseinandernehmen merken, wie sie zusammengesetzt waren. Oder fotografieren