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Geschrieben von kickerpeter am 26.10.2017 um 20:20:

Drehmoment für Zündkerzen

Hallo Members,

ich habe eine Frage an unsere zahlreichen Fachleute / Experten. Ich möchte zukünftig an meinen Mopeds die Kerzen mit definiertem Drehmoment nach Herstellerangabe festziehen. An meiner Shovelhead ist bei der vorderen Kerze wenig Platz, wegen direkter Nähe zur Tankunterkante.

Folgende Konstellation: Zündkerzennuss - kurzes Kardangelenk - kurze Verlängerung - Drehmomentschlüssel

Meine Frage: bleibt bei dieser verwinkelten Einbaulage des Werkzeugs das voreingestellte Drehmoment von z.B. 30N/m trotzdem gleich, oder ändert es sich aufgrund der verschiedenen Winkel bis zum Antriebspunkt am Sechskant der Zündkerze?

Vielen Dank im voraus und Grüße aus der Eifel

Peter


Geschrieben von Karl H. am 26.10.2017 um 20:42:

RE: Drehmoment für Zündkerzen

Hallo Peter,

mit einem abgewinkelten Kardangelenk stimmt nichts mehr. Da die Drehmomentübersetzung auch vom axialen Drehwinkel der Welle und von Reibungseffekten im Gelenk abhängt, gibt es auch nichts vernünftig zu rechnen. Das macht aus meiner Sicht nur Sinn, wenn es um wenige (einstellige) Winkelgrade geht!

Abseits aller Theorie macht bekanntlich "Versuch kluch". Also könntest Du mal eine im Schraubstock fixierte Schraubverbindung mit Deinem Drehmomentschlüssel und Gelenk auf Drehmoment anziehen, und dabei den Winkel im Gelenk variieren. Anhand des erreichten Drehwinkels der Schraube/Mutter bis zum "Klick" bekommst Du den Einfluss von Gelenk und Beugewinkel sehr schnell ins Gefühl.

Gruß
Karl

Ich glaube nicht, dass ich mich irren kann. Denn als ich glaubte mich zu irren, hatte ich mich geirrt

__________________
Gruß
Karl


Geschrieben von Jugo am 30.10.2017 um 17:23:

RE: Drehmoment für Zündkerzen

Hi,

nach fest kommt ab.


Geschrieben von narcbro am 07.11.2017 um 11:50:

RE: Drehmoment für Zündkerzen

Hallo Karl,

da hätte ich mal eine Frage/Bemerkung:

Ich weiß jetzt nicht, in welchen Größenordnungen man sich da bewegt und ob das überhaupt relevant ist, ich habe aber das Gefühl, dass es bei einer sich drehenden Schraube später "Klick" macht als bei einer in Ruhe (Haftreibung). Ich meine damit, dass es bei einer ruhneden Schraube schon "Klick" im Drehmomentschlüssel macht, während eine sich drehende (von weniger Drehmoment kommende) sich noch über diesen Punkt hinausbewegen würde.

Oder ist sowas vernachlässigbar...?

Schöne Grüße

Roland


Geschrieben von Karl H. am 07.11.2017 um 15:32:

RE: Drehmoment für Zündkerzen

Hallo Roland,

grundsätzlich hast Du recht, dass es einen Unterschied zwischen Haft- und Gleitreibung gibt. In der Praxis der Schraubverbindung ist der Unterschied aber unbedeutend.

Viel extremer ist die Frage, ob trocken oder geölt verschraubt wird. In aller Regel beziehen sich Drehmomentvorgaben auf trockene Gewinde bei der Erstmontage neuer Teile. Ist das Gewinde ölig (häufig!), und geht man an die obere Grenze der Drehmomentvorgabe, kann man ein Alugewinde (z.B. Motor- oder Primärgehäuse) leicht irreparabel beschädigen. Bei gleichem Drehmoment erreicht eine ölige Schraube nämlich rund 20% mehr Vorspannung mit enstprechend höherer Belastung des Gewindewerkstoffs. Bei öligen Schrauben gehe ich deshalb maximal an die untere Grenze der Vorgaben.

Gruß
Karl

Ich glaube nicht, dass ich mich irren kann. Denn als ich glaubte mich zu irren, hatte ich mich geirrt

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Gruß
Karl


Geschrieben von narcbro am 07.11.2017 um 17:34:

RE: Drehmoment für Zündkerzen

Jetzt, wo Du‘s sagst, klingt das plausibel. Habe anscheinend deshalb zwei Gewinde meiner Kupplungsabdeckung zerstört, weil ich nach Drehmoment wohl ölige Schrauben angezogen habe. Beim Zudrehen dachte ich noch, das Drehmoment ist ja ganz schön mutig angegeben, und schon war das Gewinde weich. Den Rest habe ich dann vorsichtig nach Gefühl reingeschraubt, ist auch dicht und nicht kaputt. Aber eigentlich fühlte sich das angegebene  Drehmoment viel zu hoch angegeben an, egal, ob ölig oder nicht, aber unölig hätten es die Gewinde vielleicht noch überlebt...

Schöne Grüße

Roland